Nach 3 DIY Camperausbauten: Diese Entscheidungen würde ich IMMER wieder treffen – TEIL 2
Weil es einfach so viel mehr zu erzählen gibt!
Im ersten Teil meines Camper Ausbau Blogbeitrages teilte ich meine Erfahrungen zum Thema Sprühkork & Schafwolle zur ökologischen Dämmung, dem runden aufgesetzten Waschbecken und dem Trittschalter als DIE Wasserspar-Maßnahme im Vanlife. Während ich diesen Artikel geschrieben habe, sind mir so viele weitere Dinge eingefallen, die meinen Camperalltag wirklich verändert haben.
Immer mal wieder sprechen mein Freund und ich über einen neuen Camper. Einen Größeren, in dem wir beide mit beiden Hunden zusammen unterwegs sein könnten. Und natürlich würden wir den selbst ausbauen wollen, ist ja klar! Für diesen Camper würden wir neben den Ausbau-Tipps aus dem ersten Teil diese 3 weitere Entscheidungen zu 100% wieder machen.
1. Der Alb-Trinkwasserfilter – endlich keine Plastikflaschen mehr!
Mein 1. Campervan hatte lediglich einem 20l Frischwasserkanister. Dieser VW Bus hatte ja eh schon recht wenig Platz, keine Stehhöhe und auch nur wenig Stauraum. Aber die endlosen Plastik-Wasserflaschen waren mein Endgegner. Wenn ich Glück hatte, war ich in einem Land mit Wassergalonen von 3 oder 5l, aber auch die habe ich den gesamten Tag über immer und immer wieder von A nach B geschoben, weil sie einfach ständig im Weg waren. Und dann der Müll.
Deshalb stand für mich fest, der Bodo bekommt einen Trinkwasserfilter!
Bei der Suche sind wir sehr schnell auf den Alb Filter* gestoßen und es nach 5 Jahren nicht bereut ihn eingebaut zu haben. Diese kleine Entscheidung, hat den Alltag im Camper viel entspannter gemacht.
Warum ich diesen Trinkwasser-Filter jederzeit wieder einbauen würde!
Ganz banal, weil er mir so viel Unabhängigkeit gibt. Und irgendwie war das schon immer ein großes Thema für mich – Unabhängigkeit. Egal ob finanziell, meine eigenen Entscheidungen betreffend oder eben die Art und Weise wie ich lebe. Mit dem Filter muss ich mich nur noch darum kümmern den zu Wassertank füllen, that’s it. Und das beste, es kann wirklich jedes Wasser sein. Ich habe sogar schonmal Seewasser eingefüllt und das leckerste Trinkwasser aus meinem Wasserhahn zapfen dürfen. Das ist für mich als jemand, die gerne abgelegen steht und nicht alle zwei Tage zur nächsten Tankstelle oder Supermarkt rennen möchte, Gold wert. Ob Campingplatz, öffentliche Wasserstelle oder der Freund mit dem Gartenschlauch – mit dem ALB-Filter wird daraus Trinkwasser.
Die Vorteile zusammengefasst:
» Keine Plastikflaschen mehr im Van
» Weniger Müll
» Weniger Schlepperei beim Einkaufen
» Das Trinkwasser kommt direkt aus dem Wasserhahn
» Du kannst einfach überall Wasser auffüllen
» Extrem gute Filterqualität (du könntest sogar See- oder Pfützenwasser einfüllen)
» Sehr platzsparend und unkompliziert installiert
Was kann der ALB-Trinkwasserfilter?
Der ALB (Activated Liquid Base Filter) ist ein kompakter Trinkwasserfilter, der speziell für den mobilen Einsatz entwickelt wurde – also perfekt für Camper, Boote, oder alle, die unterwegs auf Trinkwasserqualität angewiesen sind.
Er filtert Bakterien, Keime, Mikroplastik, Schwermetalle, Chlor, Arzneimittelrückstände und viele weitere Schadstoffe wie Pestizide aus dem Wasser. Und das nicht mit einem riesigen Untertisch-System, sondern mit einem handlichen Gerät, das du direkt in deine Wasserleitung integrierst. Einfach Filter zur Aktivierung mit Wasser durchspülen, einbauen, fertig.

Dieser Filter ist eine wirklich einfache und gleichzeitig geniale Lösung, die jeder DIY Camper einbauen sollte. Ich habe den Filter übrigens zwischen meinen Wassertank und dem Wasserhahn geschalten. Mir war es wichtig, dass auch eventuelles Mikroplastik aus dem Wassertank rausgefiltert wird. Für Bodo habe ich mich für den Travel Fusion Filter für Wohnmobile* entschieden. Der besteht aus dem Akivkohle- und Nano-Filter, also doppelte Filterung.
Wirklich eine absolute Herzensempfehlung nach 5 Jahren, in denen ich diesen Filter bereits nutze!
2. Der Ladebooster – weil eben nicht immer die Sonne scheint
Beim ersten Camperausbau des VW T4 habe ich das Thema Elektrik einfach so simpel wie möglich gehalten. Eine portable Batterie, mobiles klappbares Solarpanel, ein paar Kabel, fertig. Naja, was heißt ich, eigentlich war es mein damaliger Freund. Dem gelernten Elektromechaniker habe ich das Thema ohne zu zögern gern in de Hände gegeben, denn ich hatte einfach null Ahnung. Damals hat das kleine Elektro-Setup gut gereicht. Wir haben nicht gearbeitet, standen selten länger als 2-3 Tage an einem Ort.
Doch dann kam Bodo, zur Erinnerung mein Peugeot Boxer L2H2. Ich wollte unbedingt einen Allwettertauglichen Camper, denn der T4 war zwar wunderschön und ich habe sehr viel daran geliebt, aber Regentage haben wirklich kein Spaß gemacht. Es war eben ein Sommermobil.
Aber Bodo sollte anders werden. Fest verbaute Solarpanele müssen sein. Eine starke Batterie dazu. Ladebooster? Ach, das kann man doch immer noch nachrüsten, dachte ich mir. Und so lange ich nicht im Van gearbeitet habe und das Wetter stimmte, war auch alles prima.
Aber dann begann ich mehr und mehr den Laptop zu nutzen. Viel zu Laden. Das Handy funktionierte als Hotspot. Handyakku also auch ständig leer. Dazu Winter in Nordspanien. Traumhaft schön, sag ich dir (vielleicht sollte ich da auch mal drüber schreiben), aber Regen. Viel Regen. Sehr viel Regen. Und graue Wolken. Mein Solarsystem hat vollkommen abgekackt. Und plötzlich saß ich am Abend im dunklen bei Kerzenschein.
Romantisch war das zwar schon, aber auch nicht so richtig optimal. Und genau da kam der Ladebooster ins Spiel.
Was ist ein Ladebooster überhaupt?
Ein Ladebooster*, auch DC-DC-Ladegerät genannt, ist ein Gerät, das die Lichtmaschine deines Fahrzeugs effizient nutzt, um deine Aufbaubatterie zu laden – also die Batterie, die deinen gesamten Camper-Kram versorgt. Kühlschrank, Licht, Ventilator, Pumpe, Handy-Ladestation, du weißt schon.

Früher hat man das oft über eine simple Trennrelais-Schaltung gemacht: Die Lichtmaschine lädt, die Starterbatterie wird voll, der Überschuss geht in die Aufbaubatterie. Klingt logisch, hat aber einen großen Haken.
Moderne Fahrzeugelektroniken – und das gilt für so gut wie alle Fahrzeuge der letzten Jahre – regeln die Lichtmaschine intelligent. Das bedeutet: Sobald die Starterbatterie voll ist, drosselt die Lichtmaschine ihre Ausgabe. Das einfache Trennrelais bekommt dann kaum noch etwas ab. Deine Aufbaubatterie lädt quasi kaum noch, auch wenn du stundenlang fährst.
Und ich hab’s einfach nicht verstanden. Mein Strom viel an mehreren Tagen hintereinander immer wieder aus gegangen, obwohl ich zwischendurch gefahren bin. Jeder Elektriker oder wahrscheinlich auf KFZ-Mechaniker würde sagen, ist doch klar. Aber ich Amateurin wusste es eben nicht und vielleicht bin ich ja nicht allein damit.
Der Ladebooster kommuniziert also aktiv mit der Lichtmaschine und zieht gezielt den Strom, den er braucht – auch wenn die Ausgangsspannung niedrig ist. Er wandelt die Spannung um und sorgt dafür, dass deine Aufbaubatterie mit dem optimalen Ladeprogramm gefüllt wird. Vollständig. Effizient. Auch bei modernen Fahrzeugen.
Der Unterschied im Alltag ist enorm.
Seit ich den Ladebooster eingebaut habe, hatte ich nie wieder Stromproblem. Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft ich gesagt habe, dass der Ladebooster eine der besten Investition in diesen Camper gewesen ist. Ich meine, eine Stunde Fahrt und ich komme easy weitere 3 Tage zurecht, auch ohne Sonne.
Das gibt mir genau die Freiheit, die ich nicht mehr missen möchte. Denn wenn du weißt, dass eine kurze Fahrt zur nächsten Stadt deine Batterien wieder auffüllt, fühlt es sich doppelt sinnvoll an den Weg anzutreten.
Beim nächsten Ausbau ist das für mich gesetzt. Kein wenn, kein aber.
Was du beim Kauf beachten solltest:
Achte darauf, dass der Ladebooster zur Kapazität deiner Aufbaubatterie und zur Lichtmaschine passt – ein zu schwacher Booster lädt zu langsam, ein zu starker kann bei manchen Batterietypen problematisch sein. Wenn du auf LiFePO4-Lithiumbatterien setzt (was ich übrigens auch empfehlen würde, aber das wäre ein eigener Artikel), dann brauchst du unbedingt einen Ladebooster, der dieses Ladeprofil unterstützt. Nicht alle tun das.
Ich habe diesen Ladebooster* für meinen Peugeot Boxer aus 2016 genutzt. Der passt du meiner Lithiumbatterie mit 150 AH. Dazu kamen 10m Kabel*, da meine Aufbaubatterie im Heck des Campers verbaut ist. Und dann noch ein bisschen Kleinkram wie Sicherungen* und Kabelschuhe mit Schrumpfschlauc0h*.
Und: Ein Ladebooster ersetzt keine Solaranlage. Er ergänzt sie. Zusammen sind sie unschlagbar.
3. Variation der Energiequellen – für mehr Unabhängigkeit im Vanlife
Es gibt einen Moment, den sicherlich viele Camperinnen schon mal erlebt haben. Du stehst irgendwo, die Batterie zeigt erschreckend wenig an, die Sonne hat sich seit Tagen nicht blicken lassen, und plötzlich merkst du: Wenn jetzt noch irgendetwas schiefläuft, wird es ungemütlich.
In meinen beiden letzten Camper Ausbauten habe ich bewusst darauf geachtet, verschiedene Energiequellen zu kombinieren. Strom über Solar und Ladebooster für Licht, Wasserpumpe, Kühlschrank, Ventilator, und Standheizung (auch eine Dieselstandheizung braucht Strom). Gas zum Kochen. Diesel für die Standheizung.
Ich habe früh gelernt, dass ein Campervan, der komplett auf eine einzige Energiequelle angewiesen ist, ein Campervan ist, der Vanlife unnötig verkompliziert.
Strom ist wunderbar, warum ich dennoch mit Gas koche.
Ich bin wirklich kein sehr ängstlicher Mensch. Manche würden mich vielleicht sogar als Naiv bezeichnen. Das finde ich eigentlich sogar schön, weil ich denke, dass ich viele dieser tollen Erlebnisse in meinem Leben nicht erfahren hätte, wenn ich nicht hier und da ein bisschen naiv gewesen wäre.
Aber beim Thema Camper hab ich leider selbst schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass mein Strom plötzlich weg war (zugegebenermaßen noch ohne Ladebooster). Und das ist wirklich doof, wenn es dunkel ist, kalt und du am Ende des Tages keinen Nerv mehr hast. Und ich war jedes mal so froh, dass ich mir noch etwas warmes Kochen, einen Tee zubereiten und eine Wärmflasche für die Nacht vorbereiten konnten. Das hat außerdem auch den Van von innen etwas aufgeheizt.

Mal ehrlich: Was hilft dir das schönste Induktionskochfeld, wenn deine Batterie nach drei Regentagen bei 20% hängt und du anfängst abzuwägen ob du dein Handy nochmal laden solltest oder dann wieder alles dunkel ist? Induktion zieht enorm viel Strom. Um dafür ein geeignetes Elektro-Setup einzubauen, musst du ziemlich viel Geld in die Hand nehmen.
Mit einem Gaskocher ist das kein Thema. Gas habe ich bisher ohne viel Probleme überall bekommen. Ich habe übrigens diesen Gaskocher*, den ich sehr empfehlen kann – nicht wundern, ich habe ihn mit schwarzem Thermolack besprüht. Die Kochfelder sind so großzügig aufgeteilt, dass eine große Pfanne und ein Topf nebeneinander stehen können. Außerdem lässt er sich super easy reinigen. 2 wichtige Kriterien für mich beim Kauf.
Die Standheizung mit Diesel – und ich würde es nie mehr anders machen!
Bei der Standheizung haben sich in der Camper-Szene 2 Lager rauskristallisiert: heizen mit Gas oder mit Diesel. Für mich war die Entscheidung schnell klar, dass ich auf eine Dieselstandheizung setze.
Die Gründe sind schnell erklärt:
» Diesel ist überall auf der Welt verfügbar und hab ich ja eh schon dabei.
» Ich kann mein Gas ausschließlich zum kochen verwenden, somit reicht es länger.
» Ich kann heizen, auch wenn mein Gas leer ist.
Wie viele andere Camper habe ich ebenfalls die Autoterm Air 2D* eingebaut. Naja, eher einbauen lassen. Ich war schon etwas unter Zeitdruck, kurz vor Start meiner Vanlife-Lebensreise und tausend Dinge im Kopf. Da bin ich sehr froh gewesen, Unterstützung bekommen zu haben.

Zuvor bin ich nämlich einige Jahre ohne Standheizung unterwegs gewesen. Würde das aber niemandem empfehlen. Es ist das schönste Gefühl, ohne zu überlegen die Heizung anschmeißen und den Van mollig warm aufheizen zu können. Das ist für mich Vanlife-Luxus, auch wenn es mittlerweile schon fast zur Standardausrüstung gehört.
Übrigens hätte ich nie gedacht, dass die Standheizung so wenig Diesel verbraucht, gerade mal 0,1-0,24 Liter Diesel pro Stunde. Auch nach mehreren Stunden heizen am Abend hat sich die Tanknadel am nächsten Morgen scheinbar nicht bewegt. Also super entspannt. Und ich muss keine super große Gasflasche mit mir rumfahren, weil sie für Kochen und Heizen reichen muss.
Beim nächsten Ausbau würde ich es also wieder so machen: Strom für den Alltag. Gas für die Küche. Diesel für die Wärme. Für mich ein super System, das dich wirklich frei und unabhängig macht.
Fazit: Drei Dinge, die deinen Camper-Alltag leiser, freier und gesünder machen
Der ALB-Trinkwasserfilter, weil du überall gut schmeckendes, sauberes Wasser haben solltest – egal ob du an einer öffentlichen Wasserstelle auffüllst, beim Freund den Gartenschlauch nutzt oder sogar Seewasser einfüllst. Keine Plastikflaschen mehr, keine Schlepperei, kein Müll. Einfach Wasser auffüllen und trinken. Das ist für mich der Inbegriff von Unabhängigkeit als Valiferin.
Der Ladebooster, weil Solar allein eben nicht immer reicht – nicht im Winter in Nordspanien, nicht bei tagelangem Regen, nicht wenn du arbeitest, lädst und deinen Hotspot am Laufen hast. Mit dem Ladebooster reicht eine Fahrt zur nächsten Stadt, um wieder entspannt einige Tage Strom zu haben. Kein Abwägen mehr, ob du das Handy noch laden kannst oder dann wieder im Dunkeln sitzt.
Und die Nutzung unterschiedlicher Energiequellen, weil ein Camper, der komplett von einer einzigen Energiequelle abhängt, das Vanlife unnötig verkompliziert. Strom für den Alltag, Gas für die Küche, Diesel für die Wärme – dieses Zusammenspiel gibt dir die Freiheit, auch dann entspannt zu kochen, einen Tee zu machen und eine Wärmflasche vorzubereiten, wenn mal irgendetwas nicht so läuft wie geplant.
Und vielleicht ist es Dir schon aufgefallen!
Das sind alles keine glamourösen Dinge, keine viralen Instagram-Hacks. Kein Mensch kommt in deinen Van und sagt: „Oh wow, was für ein toller Ladebooster!“
Dabei denke ich sofort an das Fundament-Prinzip aus Teil 1 meines Artikels. Wenn du also nach einer stabilen Basis für deinen Campervan suchst, dann sind das genau die Entscheidungen die ich jederzeit wieder treffen würde. Das sind meine ehrlichen Empfehlungen für ein unabhängiges, unkompliziertes und freies Vanlife, auch nach Jahren der Benutzung. Und wer weiß, vielleicht darf ich ja wirklich nochmal einen größeren Van ausbauen (ich träume ja insgeheim von einem Düdo).
Ich kann dir nur sagen: Freu dich darauf, wenn Du an einem grauen Novembertag irgendwo in den Bergen die Standheizung einschalten und Nudelwasser auf dem Gaskocher aufsetzen kannst, während draußen der Wind pfeift – und du dir um nichts im Camper Gedanken machen, sondern dich einfach nur wohlfühlen kannst.
Und genau das ist es doch, wofür wir das alles machen, oder?
Nicht für den perfekten Van. Sondern für das freie Gefühl, nicht verzichten und die Ortsunabhängigkeit in vollen Zügen genießen zu dürfen.
Mit Liebe verfasst um dich zu mehr zu ermutigen

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